Fahrzeugbeschreibung

Der Schlauchwagen für den Katastrophenschutz (kurz: SW KatS) ist ein nicht genormtes Fahrzeug für die Feuerwehren speziell im Katastrophenschutzeinsatz. Der Aufbau und die Beladung orientieren sich dabei an den normativen Vorgaben der DIN 14555-22, der Norm für den Gerätewagen Logistik 2 (kurz: GW-L 2). Dabei wurde der Aufbau und die Beladung jedoch an die Bedürfnisse und taktischen Anforderungen im Katastrophenschutzeinsatz angepasst.

Beschafft wurde dies Fahrzeug durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) angesiedelt im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern (BMI). Die ersten 16 dieser Fahrzeuge konnten im November und Dezember 2013 durch das BBK an die Bundesländer übergeben werden. Die Verteilung richtete sich dabei nach angemeldeten Bedürfnissen. Alleine das Land Niedersachsen erhielt neun Fahrzeuge des Typs SW KatS und verteilte diese Fahrzeuge an einige Katastrophenschutzbehörden der Landkreise. So erhielt auch der Landkreis Northeim eines dieser Fahrzeuge und stationierte dieses bei der Stützpunktfeuerwehr Moringen. Gleichzeitig schied das zuvor in Moringen stationierte LF 16-Ts aus dem Einsatzdienst aus.

Der Schlauchwagen ist auf einem Mercedes-Benz Atego 1326 Fahrgestell aufgebaut. Durch seinen Allradantrieb und die Singlebereifung ist auch eine Fahrt im Gelände mit dem Fahrzeug möglich. Um die Geländegängigkeit zu erhöhen, wurde die Staffelkabine (Besatzung: 6 Feuerwehrangehörige) des GW-L 2 durch eine Truppkabine (Besatzung: 3 Feuerwehrangehörige) ersetzt, zugunsten einer kürzeren Fahrzeuglänge.

In den zwei gegenüberliegenden Geräteräumen sind wichtige Gerätschaften untergebracht zum Betrieb des Schlauchwagens und dem Aufbau einer Wasserförderung über eine lange Wegstrecke. Hierzu gehören u.a. eine leistungsfähige tragbare Pumpe (PFPN 10-1500), eine Vielzahl an Schlauchbrücken und einen faltbaren Wasserbehälter (Volumen: 5 000l) zur Wasserförderung in einer offenen Schaltreihe.

Die Hauptbeladung ist auf der Ladefläche des SW untergebracht: 2 000m B-Schlauch, welche während der Fahrt verlegt werden können. Die B-Schläuche sind in Schlauchkassetten gelagert, welche auch von sechs Feuerwehrangehörigen getragen werden können, um ggf. Schlauchmaterial unabhängig vom Fahrzeug verlegen zu können.

Werden die Schlauchkassetten von der Ladefläche entfernt, kann das Fahrzeug auch für Logistikaufgaben genutzt werden. Das Be- und Entladen des Fahrzeugs wird dann von einer Ladebordwand unterstützt. Zur Ladungssicherung werden entsprechende Materialien mitgeführt.

Fahrzeuginfo

Besatzung Selbstständiger Trupp (1:2)
Funkrufname Florian Northeim 27-62-10
Baujahr 2011
Fahrgestell Mercedes-Benz Atego 1326 AFE
Aufbau Empl
Leistung 188 kW (255 PS)
Hubraum 6.374 ccm
Maße (LxBxH) 7.350x2.550x3.250 mm
Getriebe automatisiertes 6-Gang-Schaltgetriebe
zulässige Gesamtmasse 13,1 t

Geräteraum 1

Diverse Gerätschaften im Geräteraum 1 unterstützen die Einsatzaufträge des Schlauchwagens. Mit insgesamt zwölf überfahrbaren Schlauchbrücken ist auch das queren großer Straßen möglich beim Aufbau einer Wasserförderstrecke. Der Aufbau einer offenen Wasserförderstrecke ist mit einem 5.000 l Falttank möglich. Weitere Ausrüstungsgegenstände zur Ladungssicherung ermöglichen ebenfalls die Nutzung als Logistikfahrzeug.

Neben diversen Handwerkzeugen ist hier auch eine Motorkettensäge verladen. Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über eine Multifunktionsleiter.

Geräteraum 2

Im Geräteraum 2 auf der Beifahrereite des Fahrzeugs sind wichtige Gerätschaften zur Wasserförderung und dem Wassertransport verladen. Kernstück hierbei ist eine tragbare Feuerwehrpumpe PFPN 10-1500. Dadurch ist das Fahrzeug in der Lage eine eigenständige Wasserentnahmestelle herzurichten oder für eine Wasserförderstrecke eine Verstärkerpumpe zur Verfügung zu stellen.

Weiterhin sind Verkehrsleitkegel und Warnleuchten zur Absicherung von Einsatz- und Arbeitsstellen in diesem Geräteraum verladen. Des Weiteren steht jedem Besatzungsmitglied eine Plastikbox für persönliche Gegenstände zur Verfügung.

Ladefäche

Auf der Ladefläche des SW KatS werden insgesamt 2.000 m B-Schläuche transportiert. Diese Schlauchleitung ist dabei aufgeteilt in zehn Kassetten mit einem jeweiligen Fassungsvermögen von 200 m Schlauchleitung. Durch die rechts- und linksseitige Ausrichtung der Kassetten können ebenfalls zwei Schlauchleitungen parallel verlegt werden.

Um die Schleppkurve des Fahrzeugs beim Auslegen von Schläuchen zu verbessern, wurde die Ladebordwand klappbar ausgeführt. Hierdurch können die Schläuche ebenfalls materialschonender verlegt werden.

Zur Schlauchaufsicht steht am Ende der Ladefläche ein Sitzplatz für einen Feuerwehrangehörigen zur Verfügung. Von hier aus kann dieser das Auslaufen der Schläuche kontrollieren und im Problemfall eingreifen bzw. den Fahrer über einen Summer warnen.